Die Sanierung der Stephanuskirche und der Neubau unseres Gemeindezentrums in der Brehmstraße zeigt jetzt, 2021, eine rundum erneuerte und energetisch verbesserte Stephanuskirche, die sich Seite an Seite mit einem neuen Gemeindezentrum für die Zukunft aufgestellt hat! Neben der Berücksichtigung wichtiger ökologischer Gesichtspunkte öffnet sich der Baukörper stärker als bisher dem Veedel und wird gleichzeitig als Kirche erkennbarer.

Die Kirche wurde zu Pfingsten wiedereröffnet und soll auch unter Pandemie-Bedingungen möglichst offen bleiben. Wir hatten eigentlich den Eröffnungsgottesdienst zu Ostern geplant, leider hatte sich die Infektionslage aber so weit verstärkt, dass die Pforten der neuen Kirche geschlossen blieben. Am Ostersonntag haben wir uns aber auf einem Osterspaziergang um 11.30 Uhr vor der neuen Kirche getroffen.

Am 26.03.2021 erhielt unsere kernrenovierte Kirche eine Anerkennung durch den Architekturpreis des Bundes Deutscher Architekten-Köln, über den wir uns ganz herzlich gefreut haben. Hier ein Auszug aus der Begründung der Jury:

© Foto Nicola Tácevski

„Die Stephanuskirche in Köln-Riehl ist ein extrovertierter kleiner Sakralbau aus den 60iger- Jahren mit einem spitz zulaufenden Dach und einem spektakulären unsichtbaren Tragwerk, ein beeindruckendes Glaskunstwerk zieht sich über die beiden Hauptfassaden. Um den Kirchenraum an die heutigen raumklimatischen Standards anzupassen und damit wieder nutzbar zu machen, wurde eine zweite Haut bündig an den Dachrand angesetzt, so dass der Luftraum zwischen den beiden Glasschichten durch natürliche Konvektion für den sommerlichen Wärmeschutz sorgt. Den Autoren gelingt damit der Beweis, dass ein technisches Problem nicht immer nur mit noch mehr Technik gelöst werden kann. Sie nähern sich behutsam und ohne Berührungsängste dem in die Jahre gekommenen Bau. In einem gekonnten Zusammenspiel mit dem präzise gesetzten Ersatzneubau für das Gemeindezentrum gelingt ihnen die Transformation zu einem zeitgenössischen Kirchenkomplex mit einem eigenständigen architektonischen Ausdruck. Über Gemeinsamkeiten in den Oberflächentexturen wird die Kirche subtil mit dem Gemeindezentrum in Verbindung gesetzt: Der horizontale Besenstrich aus der Putzfassade setzt sich in den Strukturglaselementen weiter fort. Auch die feinen Leisten der hölzernen Pfosten-Riegel-Konstruktion suchen die Verbindung. Der Boden aus geschliffenem Estrich zieht sich sogar einheitlich durch das ganze Erdgeschoss. Das Innere strahlt mit den hellen Farben in Boden und Dach eine heitere Freundlichkeit mit hoher Aufenthaltsqualität aus.

Damit verschwindet auch die Mystik aus der räumlichen Dramaturgie, denn über das schmale Verbindungsstück wird der Kirchenraum nun fast als direkte Erweiterung des Gemeindehauses erlebt, profane und sakrale Welt berühren und überlappen sich. Vielleicht muss die Kirche ja näher zu den Menschen rücken, um lebendig zu bleiben. Eine Anerkennung verdient, dass es hier gelungen ist, mit Respekt vor dem Bestand, grossem handwerklichen Geschick und einer eigenständigen architektonischen Haltung positiv auf die Entwicklung dieses besonderen Ortes einzuwirken.“

 

Kölner Stadt-Anzeiger vom 23.5.19

 

Beim Abräumen des schadhaften Fliesenbodens wurden unter dem Altarraum der Kirche die Urkunde der Grunsteinlegung gefunden:

Grundsteinlegung

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